Europäische Vorbehalte

[Nicklas]

Vor etwa einer Woche haben ich mich mit meinem Mitfreiwilligen Joel, aus Salima, auf den Weg in den Norden Malawis gemacht um die anderen Freiwilligen in ihren Projekten zu besuchen, aber auch um sich die sehr sehenswerte Gegend um Livingstonia zu erkunden.

In einem Gespräch mit einer Schweizerin, die seit etwa seit einem Jahr in Livingstonia arbeitet, kamen wir über die europäische Sichtweise über Afrika zu sprechen. Die Unterhaltung mit ihr hat mich dazu angeregt über dieses Thema einen Blogeintrag zu verfassen, da ich es für unfassbar wichtig halte, ein besseres Bewusstsein hierüber zu wecken.

Vor, aber auch während meines Freiwilligendiensts in Afrika waren viele von meinem Engagement beeindruckt, dass ich mich trauen würde nach Afrika zu gehen. Immerhin ist es dort doch so gefährlich, richtig? In Afrika sind doch alle arm, es wimmelt nur von schweren oder gar tödlichen Krankheiten und nicht zu vergessen zahlreiche Kriege toben in Afrika. Dem unterentwickelten Afrika.

Auf dem zweiten größten Kontinent (nach Asien) leben heute etwa 1,3 Mrd. Menschen. Etwa 210 Millionen leben in Nordafrika, also dem „nicht richtigen Afrika“, wo hauptsächlich Araber und Berber leben. Die durchschnittliche Lebenserwartung einer afrikanischen Frau liegt bei 61,9 Jahren, bei Männern bei 58,6 Jahren. Zum Vergleich: In Deutschland liegt die Lebenserwartung bei Frauen bei 82,8 Jahren und bei Männern bei 77,7. Afrika ist auch der von HIV/AIDS am stärksten betroffene Kontinent. Etwa 4% der Bevölkerung ist HIV-positiv, in Malawi liegt dieser Wert gar bei 10,8%, in Swasiland 27,2%. Verschiedene Epidemien wie Cholera, Typhus, Ebola, aber auch die durch die Stechmücken übertragende Parasiten, die Malaria auslösen, tragen zu der niedrigen Lebenserwartung in Afrika bei.

HIV
Anteil der HIV-Infizierten und AIDS-Kranken an der Bevölkerung, weltweit, 2009: Grau keine Daten verfügbar, Grün unter 0,1 %, Helles Beige 0,1–0,5 %, Dunkles Beiges 0,5–1 %, Helles Rot 1–5 %, Rot 5–15 %, Dunkles Rot 15–50 %

Weite Teile der Wirtschaft im mittleren und südlichen Afrika sind auf den Export ausgerichtet. Man hält beispielsweise etwa 70% Weltmarktanteil bei Kakao, 50% bei Diamanten, 25% bei Gold und 10% bei Erdöl. Auch deshalb gilt der afrikanische Kontinent als sehr Rohstoffreich. Gleichzeitig wird nur sehr wenig für den eigen Bedarf produziert. Obwohl in vielen afrikanischen Ländern die Landwirtschaft einer der wichtigsten Faktoren für die Gesamtwirtschaft ist, gilt ein fünftel aller Afrikaner als unterernährt. Mehr als 30% der afrikanischen Kinder leiden aufgrund ihrer chronischen Mangelernährung an Wachstumsstörungen wie dem Stunting. Von weltweit 20 kriegerischen Konflikten im Jahr 2013 wurden allein 11 auf afrikanischen Boden ausgetragen – alle in Staaten südlich der Sahara. In den Krisenregionen kommt die landwirtschaftliche Produktion meist ganz zum Erliegen. Viele Menschen flüchten, werden gewaltsam aus ihrer Heimat vertrieben und sind so auf fremde Hilfe angewiesen. Die Armut nimmt durch diese Kriege zu.

Allem Anschein nach ist „unsere“ Sichtweise auf Afrika doch richtig oder? Jaein.

Die Medien berichten sehr eindimensional, wenn überhaupt über Afrika berichtet wird. Obwohl Afrika durch die Meerenge Straße von Gibraltar nur 14 km vom europäischen Festland entfernt liegt interessieren uns Geschehnisse aus den etwa 8.000 km entfernten USA so viel mehr, dass wir nahezu täglich von jemanden, der Fake News salonfähig gemacht hat, berichten, anstelle vom afrikanischen Wahljahr. Reißerisch gesagt, könnte man behaupten, dass das einzige Ereignis in Afrika, seit meiner Ankunft in Malawi, dass die Mediengesellschaft für nennenswert genug hielt zum berichten, die Zyklone in Mosambik waren, da diese ins Stereobild Afrikas passen. Das arme, hilflose Afrika. 

Meine Kritik richtet sich nicht dagegen dass über die Armut, den Krieg, die Krankheiten und Katastrophen berichtet wird. Absolut nicht. Ich selbst habe unter Malaria gelitten, ich war im Jahr 2019 jeden Monat auf einer Beerdigung und keiner dieser Menschen war älter als 45 Jahre. Ich sehe Kinder völlig unterernährt ihren Alltag bestreiten, die nur in die Schule gehen, weil sie dort die einzige Mahlzeit ihres Tages kriegen. Dennoch kritisiere ich, dass wir in Europa und Deutschland ein ganz klares Bild von Afrika haben, dass den Kontinenten auf ein paar wenige Dinge reduziert. 

Seit einigen Tagen habe ich eine kleine Umfrage gestellt bei dem jeder Teilnehmer mir erst drei Begriffe zu Afrika und anschließend drei Begriffe zu Europa nennen sollte. Die häufigsten Assoziationen mit dem Begriff Afrika waren Armut (23%), Hitze (19%), Tierwelt (darunter Tiernamen & König der Löwen) (12%), Kulturelle Dinge (Sammelbegriff für Assoziationen wie Kultur, Musik, Tanz und Stämme) (10%) und Hunger (9%). Dicht gefolgt von Schwarz (Bezogen auf die Hautfarbe der Bewohner Subsaharas) (7%) und Krieg (5%)

Für Europa wurden Begriffe wie Reichtum (22%), EU (16%), Freiheit, (8%), Diversität (7%) und Macht (6%) in nennenswerter Häufigkeit genannt.

Aufgefallen ist mir, dass es einer Vielzahl schwerer gefallen ist Begriffe für Europa zu finden als für Afrika. Das spiegelt sich auch im Ergebnis wieder: Insgesamt wurden für Afrika unter den 73 Teilnehmern 38 verschiedene Begriffe genannt, für Europa über 60. Da mein Bekanntenkreis und der meiner Mitfreiwilligen einen guten Bildungshintergrund hat und viele sogar Akademiker in der Familie haben, wollte ich mein Ergebnis mit weiteren Umfragen vergleichen um ein besseres, repräsentatives Ergebnis zu erhalten.

Leider fand ich nur eine Umfrage, die von Statistika. Hier gaben 47% an, dass ihr erste Gedanke an Afrika „Hunger“ sei. Am zweithäufigsten „AIDS“ (10%). 

Dass der Unterschied meines Ergebnisse sich derart von der Umfrage von Statistika unterschied, überraschte mich sehr und es viel mir schwer hieraus ein gemeinsames Fazit zu finden, bis ich einen Artikel bei Zeit Online von der freien Autorin Elisabeth Wellershaus gestoßen bin, der wohl das ganze am besten zusammenfasst:

„[…] Es sind Bilder von Kriegen und Krankheiten, Nachrichten von Hilfs- oder Abschottungsmaßnahmen, die dieser Sicht (über Afrika) noch immer bestimmen und sich mit unserem nicht klein zu kriegenden Verständnis von kultureller Überlegenheit mischen. Denn spätestens seit der Verbreitung aberwitziger Rassentheorien hält sie sich im gesamten Westen hartnäckig: die Vorstellung des unterlegenen, unselbstständigen und gebeutelten Schwarzen. […]“

Insbesondere durch die starke Entwicklung vieler afrikanischer Länder in den Bereichen Gesundheit, Wirtschaft und Bildung, passt das Klischee des zurückgebliebenen Afrikas, nicht mehr ins heutige Bild, genauso wenig wie man alle afrikanischen Staaten über einen Kam scheren kann.

Länder wie die Mauritius (65.), Botswana (101.) und Gabun (110.)  gehören laut den Vereinten Nationen zu den Staaten mit einer hohen menschlichen Entwicklung und belegen damit, beim Human Development Index (HDI), Plätze deutlich vor dem europäischen Staat Moldau (112.). Südafrika liegt im übrigen einen Platz hinter Moldau. Der afrikanische Staat mit der höchsten menschlichen Entwicklung sind laut der UN die Seychellen (62.), das damit sogar vor Costa Rica (63.) und der Türkei (64.) liegt.  Äthiopien, Tansania und Kenia gehören seit Jahren zu den am stärksten wachsenden Volkswirtschaften der Welt. Mit einer Steigerung des kaufbereinigten BIP um 317,9% im Zeitraum von 1990 bis 2016 hat Äquatorialguinea sogar die größte Steigerung der Wirtschaftsleistung weltweit in diesem Zeitraum.

Gerade auch deshalb wünsche ich mir, dass wir nicht aus angst vor Dingen die wir über Afrika gehört haben zusammenschrecken. Die Natur, seine Tierwelt und insbesondere die Kultur in afrikanischen Ländern sollten uns inspirieren, nicht verängstigen. Man sollte aufeinander zugehen. Nur so kann man den anderen besser verstehen und Vorurteile ausmerzen. Vor allem sollten wir als Europäer erkennen, dass unsere Aufgabe nicht darin liegt Afrikanern vorzuschreiben wie sie zu leben haben oder sie gar als unzivilisiert abzustempeln, sondern dass wir, genauso wie sie von uns, von ihnen lernen können und sollten.

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Illegaler Sand-Abbau

Da sich unsere letzten Wochen was ausschließlich um das Sand Mining direkt vor unserer Tür in Senga Bay gedreht haben und Wera die ganze Situation gut zusammengefasst hat, lest euch bitte ihren Artikel durch. Heute morgen hat bereits einer der größten Zeitschriften in Malawi, The Nation“, in seiner viel gelesenen Sonntagsausgabe hierüber berichtet. Sollte es dazu in näherer Zeit einen Online Link geben, werde ich diesen natürlich verlinken.

Wera in Malawi

Seit einiger Zeit gibt es hier in Senga Bay ein Problem mit illegalem Sand-Abbau. Sand ist ein sehr gefragter Rohstoff, der zum Beispiel für die Mischung von Beton und Zement benötigt wird.

Bis vor ungefähr einem Monat gab es ein paar Familien mit Eselskarren, die den Sand in sehr kleinen Mengen holten, um ihn anschließend am Straßenrand verkaufen zu können. Ab und an kamen ein paar kleinere Trucks, die allerdings nicht wirklich auffielen. Vor einem Monat aber, begannen täglich mindestens zwei große Laster aus Lilongwe zu kommen und Sand mitzunehmen. Der Sand-Abbau ohne eine sogenannte „mining-license“, also staatliche Berechtigung, ist in Malawi verboten und sollte rein theoretisch strafrechtlich verfolgt werden. Keiner dieser Trucks hatte eine solche Berechtigung. Stattdessen bestechen sie die Söhne des hier verantwortlichen Chiefs, um den Sand vom Strand zu klauen. Die Polizei macht natürlich nichts.

Selbst der Verkauf am Straßenrand wird mehr

Diese Trucks kommen täglich und…

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Wahlen in Malawi

[Nicklas]

Am 21.05.2019 ist es soweit: Die Parlaments- und Präsidentschaftswahlen in Malawi stehen an. Da dieses Parteien- und Wahlsystem nicht ganz so simple zu verstehen ist, ich mich aber sehr für Politik interessiere, habe ich mir mal die Mühe gemacht und das Wichtigste zusammengetragen. Um vor Ort zu wählen werden die nachstehen Informationen vermutlich nicht reichen, aber ich denke, dass die große Mehrheit unserer Leserschaft ja ohnehin in Malawi nicht wahlberechtigt ist. 

Basis des Poltischen Systems  

Malawi hat ein präsidiales Regierungssystem, an dessen Spitze ein auf fünf Jahre direkt vom Volk gewählter Staatspräsident steht, der nicht nur Staatsoberhaupt, sondern auch Regierungschef und Oberbefehlshaber der Streitkräfte ist. Genau wie der Präsident wird auch das Parlament alle fünf Jahre gewählt. Daher finden die Wahlen immer zeitgleich statt.

Staatsoberhaupt & Regierungschef: 

Prof. Arthur Peter Mutharika (DDP) seit 02.06.2014

Vizepräsident:

Saulos Klaus Chilima (UTM)

 

Parteien und Programm 

Anders als in Deutschland lassen sich die politischen Parteien in Malawi nicht so klar einem rechten oder linken Spektrum zuordnen, da andere Faktoren schwerer ins Gewicht fallen. Bei nahezu jeder Partei werden die selben Themen behandelt: die Armut beenden, die Gesundheitsversorgung verbessern und die Korruption bekämpfen. Die Parteien unterscheiden sich vor allem durch ihre Geschichte und ihre Spitzenpolitiker (die aktuellen Politiker sind in nachfolgenden Text im Fettdruck gesetzt). 

 

UDF (United Democratic Front)

UDF logoDie UDF ist einer der ersten Parteien, die sich nach der Abschaffung des Einparteiensystems gegründet hat. Sie ordnet sich selbst im liberalen Feld ein und stellte mit Bakali Muluzi den Präsident Malawis von 1994-2004. Aufgrund des schlechten Wahlergebnis im Jahre 2004 verließ der neugewählte Präsident Bingu wa Mutharika die UDF und gründete im Folgejahr seine eigene Partei. Der aktuelle Präsidentschaftskandidat ist Atupele Muluzi, der Sohn des ehem. Staatspräsidenten Bakali Muluzi.

Aford (Alliance for Democracy) 

aford-logo.pngDie Aford wurde wie die UDF als einer der ersten Parteien bereits 1993 gegründet und bekam politische Bedeutung unter der Führung des Gründers Chakufuwa Chihana. Sein Sohn Enock Chihana wurde als Kandidat aufgestellt. Die AforD sieht sich als sozialdemokratische Partei und hat ihre Anfänge bereits zur Zeit Kamuzus im Untergrund.

DPP (Democratic Progressive Party)

imagesDie DPP wurde im Februar 2005 vom ehemaligen Präsidenten Bingu wa Mutharika, dem Bruder von Prof. Arthur Peter Mutharika, gegründet, nachdem er aus der UDF ausgetreten ist. 2010 wurde die spätere Präsidentin Joyce Banda aus der Partei ausgeschlossen, nachdem sie sich gegen Prof. Mutharika als Wahlkandidaten stellte. 2014 wurde Prof. Mutharika Präsident von Malawi, nachdem er mit 36,4% aller Stimmen die Präsidentschaftswahlen für sich entscheiden konnte. Prof. Mutharika ist auch im diesem Jahr wieder der Präsidentschaftskandidat der DPP. Die DPP versteht sich als liberalistische Volkspartei mit antikorrupter Haltung.

UTM (United Transformation Movement)

GzCMq-Ee_400x400Die UTM wurde 2018 von Vizepräsident Chilima gegründet, nachdem er sich aufgrund der Korruptionsvorwürfe gegen Prof. Mutharika und einiger weiterer hoher Mitglieder der DPP von eben jener Partei trennte.

 

PP (People’s Party)

peoples-party.jpgDie konservative PP wurde 2011 von Joyce Banda gegründet. Ihre Partei erreichte bei den ersten Wahlen im Jahr 2014 nur den dritten Platz. Ursprünglich war Joyce Banda Spitzenkandidatin der PP, jedoch trat sie Mitte März von ihrer Kandidatur zurück. Auch gegen sie ermittelt die malawische Polizei aufgrund eines Korruptionvorwurfsim Zusammenhang mit dem Cashgateskandal. Sie und ihre Partei unterstützen nun Lazarus Chakwera, den Kandidaten der MCP. Gemeinsam mit der MCP hofft Banda ein Oppositionsbündnis geschlossen zu haben, das stark genug ist, um den amtierenden Präsidenten ersetzen zu können. 

MCP (Malawi Congress Party)

mcp_flag_3.gifDie MCP gilt als Nachfolgepartei des 1959 gegründeten afrikanischen Kongresses von Nyassaland. Unter Hastings Kamuzu Banda gelang 1964 die Unabhängigkeit und war von 1966 bis 1993 die einzige legale Partei des Landes. Die Partei gilt auch aufgrund ihrer Geschichte als nationalistisch, antikolonialistisch und konservativ. Spitzenkandidat ist Lazarus Chakwera.

 

Ausgangslage

Da die Vernetzung innerhalb Malawis, durch die stark unterentwickelte Digitalisierung, für mich als Kurzzeit-Resident kaum zu überschauen ist und ich einen möglichst guten Überblick über die Gesamtsituation in Malawi vermitteln möchte, werde ich mich häufig auf Artikel und Kommentare inländischer und ausländischer Zeitschriften beziehen.

Im Allgemeinen lässt sich sagen, dass das politische Interesse und insbesondere das Interesse an den kommenden Wahlen kaum zu vergleichen ist mit Wahlen in Deutschland.

Malawier gelten als sehr politisches Volk, welches sich für ihre jeweilige Partei stark einsetzen. Seit mehr als einem halben Jahr sieht mal überall Menschen in DPP Chitenge, in UTM T-shirts oder mit MCP Flaggen rum wedeln. Gleichzeit gibt es eine immer größere Anzahl an Wahlberechtigten die nicht mehr wählen gehen möchten. Sie sind völlig frustriert durch vorherige Regierungen die entweder bewegungsunfähig oder korrupt waren. Zwischen 1999 und 2014 sank die Wahlbeteiligung kontinuierlich von 92% auf etwa 70%. Zum Vergleich: Die Wahlbeteiligung bei den Bundestagswahlen in Deutschland 2017 lag bei 72,6%

Nachdem Malawis erster Präsident Muluzi verfassungsmäßig nicht mehr für eine weitere Amtszeit kandidieren durfte, ernannte er quasi im Alleingang den bis dahin relativ unbekannten Ökonom und stellvertretenden Zentralbankchef Bingu wa Mutharika zum Präsidentschaftskandidaten der UDF. Nur mit massiver Wahlkampfhilfe Muluzis wurde der wenig charismatische Technokrat mit relativer Mehrheit der abgegebenen Stimmen zum Staatspräsidenten gewählt. Ende Januar 2005 trat er nach Differenzen mit der UDF aus dieser aus und gründete seine eigene Partei, die Democratic Progressive Party (DPP). Diese konnte zunächst keine Verankerung in der politischen Landschaft Malawis finden. Der Präsident verfügte über keine Mehrheit im Parlament. Dort hatten sich die UDF und die ehemalige Einheitspartei MCP zu einem informellen Oppositionsbündnis zusammengeschlossen und behinderten damit massiv die Arbeit der Regierung. Die Staatshaushalte wurden mit den Stimmen der Opposition nur nach monatelangen Hängepartien, gekennzeichnet von gegenseitigen Einschüchterungen und Tumulten im Parlament, verabschiedet. Wichtige, seit langem ausstehende, Gesetzesvorhaben konnten hierdurch bis zu den Wahlen 2009 nicht realisiert werden.

Dieser Machtkampf nahm zeitweise fast schon theatralische Züge an und engte den politischen Handlungsspielraum der Minderheitsregierung deutlich ein. Der so in Bedrängnis geratene Präsident musste sich mehr seinem eigenen politischen Überleben widmen, als dass er sich auf die enormen Entwicklungsaufgaben konzentrieren konnte. Diese verfahrene Situation hat sich mit dem Ausgang der Präsidentschafts- und Parlamentswahlen von Mai 2009 geändert: Mutharika wurde mit knapp zwei Dritteln der gültigen Stimmen überraschend deutlich im Amt bestätigt. Seine 2005 gegründete DPP gewann 112 Sitze. Die meisten der 32 gewählten unabhängigen Kandidaten (Independents) traten in die DPP ein, die damit über eine Zweidrittelmehrheit im Parlament verfügte und politisch voll handlungsfähig war.

Am 05.04.2012 verstarb Präsident Mutharika während einer Privataudienz gegen 11 Uhr in seinem Amtssitz in Lilongwe an einem schweren Herzinfarkt. Obwohl er anscheinend auf der Stelle tot war, hielt die Regierung diese Nachricht zunächst geheim. Um Zeit zu gewinnen, wurde die Leiche in der Nacht nach Südafrika geflogen. In der Zwischenzeit kam es zu mehreren illegalen Treffen des Kabinetts unter Führung des Präsidentenbruders und Außenministers Prof. Arthur Peter Mutharika, bei denen anscheinend erörtert wurde, wie die verfassungsgemäße Übergabe der Macht an die Vizepräsidentin Joyce Banda verhindert werden könne. Banda war 2010 beim Präsidenten in Ungnade gefallen, da sie sich gegen die Kandidatur von Peter Mutharika bei den Präsidentenwahlen 2014 aussprach. Sie wurde deshalb zusammen mit dem stellvertretenden DPP-Vorsitzenden Khumbo Kachali aus der Regierungspartei ausgeschlossen und gründete ihre eigene People’s Party (PP). Da sie von ihrem Amt als Vizepräsidentin nicht abgesetzt werden konnte, wurde sie von Mutharika völlig kaltgestellt und schikaniert. Das Kabinett wollte statt Banda Peter Mutharika zum Präsidenten ausrufen lassen. Dieser Plan misslang jedoch, da das Militär eine verfassungsgemäße Übergabe verlangte. Zudem erklärten mehrere Minister ihre Unterstützung für Banda. Anfang März 2013 legte die von Banda formierte Untersuchungskommission ihren Bericht über die haarsträubenden Umstände des Todes von Mutharika und die daraus resultierenden Machtkämpfe vor. Dieser Bericht führte zur Verhaftung von DPP-Chef Peter Mutharika und weiteren seinerzeit führenden DPP-Politikern sowie des amtierenden Ministers für Wirtschaftsplanung und Entwicklung, Goodall Gondwe und des amtierenden Chief Secretary Bright Msaka wegen des Verdachts des Hochverrats. Alle Beschuldigten wurden nach wenigen Tagen auf Kaution freigelassen. Mit dem Wahlsieg Peter Mutharikas ist mit einer weiteren Strafverfolgung des Falls nicht zu rechnen.

Joyce Banda wurde als 4. Präsidentin Malawis am 7. April 2012 vor dem Parlament in Lilongwe vereidigt. Sie ernannte den Vizevorsitzenden der PP, Khumbo Kachali, zum Vizepräsidenten. In einer ihrer ersten Amtshandlungen als Präsidentin verkaufte sie die Mercedes-Flotte der Regierung und den Präsidenten-Jet vom Typ Dassault-Falcon 900. Ihre nur gut zweijährige Amtszeit endete mit ihrer Abwahl.

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Malawis erste weibliche Präsidentin Joyce Banda

Nach dem Sieg bei den Wahlen vom 20. Mai 2014 wurde Arthur Peter Mutharika (DPP) am 31. Mai 2014 als 5. Präsident Malawis vereidigt. Sein Vizepräsident Saulos Chilima war bis zu seiner Kandidatur Vorstandschef des größten Mobilfunkanbieters des Landes, Airtel. Politisch war er bis dahin nicht in Erscheinung getreten.

Das vom Präsidenten ernannte, im November 2018 umgebildete Kabinett besteht zur Zeit aus Mutharika mit seinem Vizepräsidenten (Saulos Chilima), 16 Ministern und 3 stellvertretenden Ministern. Nach dem Austritt Chilimas aus der Regierungspartei DPP im Juli 2018 und seiner Ankündigung, bei den Wahlen im Mai 2019 gegen Mutharika antreten zu wollen, wird der Vizepräsident inhaltlich und protokollarisch weitgehend ignoriert. Sogar auf der offiziellen Kabinettsliste von November 2018 findet sich sein Name und seine Position nicht. Verfassungsrechtlich ist er aber weiter im Amt, da er nur durch ein aufwendiges Amtsenthebungsverfahren aus diesem zu entfernen wäre. Da die Regierungspartei DPP über keine eigene Parlamentsmehrheit verfügt (sie stellt 49 der 193 Sitze), wurde sich um die Bildung einer Koalitionsregierung bemüht, die sich mit dem Eintritt des UDF-Vorsitzenden Atupele Muluzi in die Regierung (als Energie- und Rohstoffminister) abzeichnete und im März 2015 de facto implementiert wurde. Zudem sind zahlreiche unabhängige Abgeordnete bereits der DPP beigetreten oder unterstützen die Regierung.

Prognose und persönlicher Kommentar 

Da mein Text ohnehin schon viel zu lange ist, möchte die Prognose möglichst kurz halten. Allem Anschein sieht es nach einem Kampf zwischen den drei großen Parteien DPP, MCP und UTM aus. Schlussendlich ist alles möglich und hängt insbesondere von der Wahlbereitschaft der Malawier ab. Ob es allerdings einer Partei gelingt, eine Absolute Mehrheit zu erringen, wird sich zeigen, gilt aber derzeit als eher unwahrscheinlich. Jedoch kann ich, der die Auffassung vertritt, dass man für die Demokratie kämpfen und seine Rechte und Möglichkeiten, die hieraus entstehen, nutzen sollte, wie das Wahlrecht, die Malawier verstehen, die nicht bereit sind zu wählen. Auch wenn ich trotz der verfahrenen Situation in Malawi vermutlich an ihrer Stelle wählen gehen würde, bekommt man den Eindruck, dass es keinen Unterschied macht, welche Partei man wählt. Überall findet man die gleiche Elite, die durch ihre Korruptionsskandale von der einen Partei zur nächsten springen. Die Einflussnahme ausländischer Firmen und Eliten auf die Politik in Malawi ist eminent und selbst im Verhältnis zu anderen afrikanischen Ländern ungewöhnlich. Schlussendlich spiegelt sich das im Entwicklungsstand Malawis wieder und in den leeren Geldbeuteln der kleinen Leute, die frustriert den Reichen dabei zuschauen müssen, wie 5-Sterne Luxus Hotels neben ihre Lehmhäusern gebaut und sie dann noch gebeten werden zu gehen, weil sie nicht zum Ambiente passen.

Wie kann man da noch einen Sinn erkennen wählen zu gehen?

Quellen:

„Cool Projects“ Überblick

[Mia]

Endlich schaffen wir es, einen neuen Blogeintrag zu posten!

Für Sam habe ich vor einiger Zeit Beschreibungen aller Projekte die unter „Cool Projects“ laufen verfasst. Viele von Euch wollten wissen, in welchen Projekten wir noch mitmischen. Hier ein kleiner Einblick!:)

Es gibt noch so viel, über das wir berichten werden…!;)

Bleibt gespannt!…..

Auf bald! Mia;*

 

 

 

 

Upcycle Youth

The Upcycle Youth is also one of the newest projects by Cool Projects! 

Samantha Ludick promoted the Upcycle Youth projects in different schools. Since August 2018 willing Youth between 18 and 20 come together at Toms Bar. 

With the help of the Cool Projects volunteers, Upcyle Youth not just learn how to upcycle different kind of plastic, glass and tins and improve their creative minds also they learn how to care about their environment and get more aware about it. 

Since August the youth take also part in some Clean ups in the Salima area. The group created their own drama with the help of the volunteers of Cool Projects and play it in different primary and secondary schools. This drama is about the pollution of the Lake Malawi and how it effects the life of the villagers and fishermen. The youth try to make people, especially the children, aware of their environment and the plastic pollution.

At the same time, they promote the Swop Shop with the drama. Since the enactment of the drama with in the schools, there has been an increase in plastic collection and children in different villages shouting „Madame look: Plastic!“ or „ Don’t burn it, don’t drop it but take it and swop it!“

Step by step (In Chichewa „Pangono pangono!“), the group try to get independent. Upcycle Youth already had some customers for their self-made dustbins and chairs out of plastic bottles! At the moment they rely on Cool Projects the materials to make their dustbins and chairs. Upcycle youth can hopefully in the future stand on their own feet by the profits and or donations.

We will see what will come in the future! „Pangono pangono!“ 🙂

Community Police

With the Malawian Police having to cover a large region  of communities, including Senga Bay, there was not enough police present in the community and the reports of domestic violence in the past years were high. 

In 2008 , the Malawi Police Force founded the Senga Bay Community Police. This is a volunteer group of 10 locals who have undergone comprehensive training by the British army in first aid,  life saving including appropriate communication skills for dealing with violence in the community and  they get trained by Malawi Police Traffic officer in traffic control. They also get trained by Pro-telligent. The volunteers wear a uniform and hold identification badges. Amongst other things the Community Police is responsible to keep people from drowning who enjoy the lake on holidays, control the traffic to prevent accidents, take care for peace at other events….

Since implementing the Community Police, the reports of domestic violence, child abuse, child labour and deadly accidents have dropped dramatically and the general security of Senga Bay is positive.

Community Police groups play soccer to encourage them to stay fit but especially to have fun and unite them! 

Samantha Ludick is the Chairman of the Senga Bay Community Police. Cool Projects provides equipment for the volunteers such as T´Shirts (some sponsored),second hand Boots, kaki trousers, whistles, torches, reflectors, thermos flasks with carry bags and raincoats.

Since 2008 up to now the Community Police has growen to 200 members in 12 groups!

Swop Shop

Swop Shop is one of the newest projects by Cool Projects at Tom`s Bar, the sister business by Cool Runnings! Samantha Ludick and the volunteers startet Swop Shop in July 2018.

How does the Swop Shop works?

Costumers bring collected plastic waste and empty glass bottles to the Swop Shop. Their collected waste gets weighed and checked for non-plastic papers, sand, stones etc. For every Kg of plastic or 10 small glass none re fundable bottles or 5 big glass non re fundable bottles customers get one point. These points can get swopped into clothes, sweets, stationary etc. or banked for more expensive items (footballs, shoes).

The collected plastic and glass non re fundable  bottles are used by the Upcycle Group for their projects. The sorted plastic, which they cant use, goes to Lilongwe and gets recycled.

It is a non-profit project. Swop Shop is based on donations, cloths etc. Cool Projects provide the money for sweets, buscuits and stationary. The most customers are kids and youth who love to swop their plastic in their favorite items: Biscuits, dresses, skirts, jerseys, footballs and stationary!

Swop Shop is about collecting glass bottles and plastic and swop it getting something fantastic! Also it is about cleaning the environment, make the community aware about their pollution, to motivate the community to act more sustainable and about looking into happy faces! 

Do you want to get rid of some clothes you don’t like anymore, want to swop plastic or want to see some happy faces? Come and have a look at Tom´s Bar! 🙂

Blood donation

Sam organizes groups of Cool Runnings guests and volunteers to donate blood at the Salima District Hospital, taking them in the back of  her truck! Since 2011 Sam’s goal is to take 15 blood donors to the hospital each month. Maybe you could be one of them!

The conditions of the Salima District Hospital lab where blood donations occur are safe and of a high standard. The employees are professional and correctly trained, they use new and sterile needles and new gloves for each patient.

Cool donors love to compete with the levels of hemoglobin as the winner receive a free drink from the Cool Runnings bar! Current leading for the men a Canadian with 18.8 in 1st place. For the women, USA is leading with 15.4!

Get involved!

Sponsoring

Cool Projects seeks to gain sponsorship for dedicated students who cannot afford the tuition to attend a local high school. Cool Projects currently sponsors 14 children in High Schools and 2 in University and also organizes for donors worldwide to sponsor dedicated students in Senga Bay and surrounding areas.The two in the University studies medicine.

The first orphan Cool Projects had, Rossiski, is a soldier and married now with one little girl. 

The second, Davis, works with „Life line“ and wants to pay forward by starting projects like „Be keeping“ in Senga Bay. Thomas, the third orphan Cool Projects sponsored, is now a trained carpenter and has been an assistant by Sumani of Hampton Safe Haven during his internships and school holidays. Cool Projects wants to set him up with his own business at Tom´s Bar. 

The fourth and fifth orphan, Mary and Austin, are currently attending Mzuzu Institute of Medicine studying nursing and a doctor.

Clinic at the Gate

 

Clinic at the Gate started when Samantha was new in the  Senga Bay. She began with a long line of patients at the gate of Cool Runnings, eagerly awaiting to be treated by her. 

Samantha Ludick and Flexon, one of her Staff getting trained by herself in everything, dealing with any kind of emergency burns, fish hooks in fingers, in the mango season kids falling out of trees, breaking, dislocating bones, feet sticking in bicycle spokes, domestic violence….etc. etc…..Despite sensitizing the community on dealing with burns they still receive many burn patients in turn this is the majority of cases.

Samantha also drives to patients who are not able to come to Cool Runnings. They do what they can and if a patients injury, aliment is beyond their control they administer  first aid, eg. stop the bleeding or support broken bones and drive to  Salima District Hospital or Lilongwe Central Hospital.

Fernando who broke his leg during a soccer pitch.(picture…)

Disabled Groups

Past attitudes and behavior towards disabled people in Senga Bay was to neglect, hide them from the community. There was a need to care and cater for disabled citizens develop sense of pride within themselves. Senga Bay Disabled Group (SBDG) and Kodo provided monthly meetings where compassion, empathy and emotional support are provided. There was also a need for mobility for disabled people in Senga Bay to enable them to earn income like others. Cool Projects supplied wheelchairs and tricycles for disabled citizens to be more mobile and Cool Runnings Volunteers helped to service them. Members of SBDG have been trained in various fields for example trailors. 

By now all of them are self sustainable and on their own. With the help of Cool Projects some have their own businesses and or jobs. Thanx to Malawi Projects whom still helps Cool Projects with wheelchairs and PETS ( small wooden 3 wheeler)

Alexander´s Story

As a result of having access to a tricycle, Alexander, was one member of the SBDG, Has since worked as classroom teacher at a local school. In this car, Alexander is a true leader and positive role model for other disabled people in the area.

Reflexology at Ndi Moyo Palliative Care Unit

Monthly, Samantha conducted Reflexology on patients at Ndi Mayo Palliative Care Unit. By now, Samantha stepped out because a full time volunteer was found. The patients eagerly look forward to their session each month.

Hampton School

Hampton Private School began as ‘Hampton Safe Haven‘. Run by a local family, Sumani and Amai Sumani set up Safe Haven because of their strong desire to educate children. They began by running makeshift classrooms during the afternoons, invading their personal home to teach. Cool Projects then stepped in to help fulfill their dream of having their own school.

Two teacher from the UK visiting Cool Runnings around this timed were inspired by the story. They returned home and persuaded their own school ´Hampton Boys School´ to be involved in the project. With their financial support the main hall and workshop were built, and they continue to support by visiting every second year with a group of Students. The boys get involved in the physical labour and also prepare agricultural gardens, animal pen and paint class rooms, desks chairs etc. It has become a fully functioning education facility that helps those in the community, private education, various life skills training such as sewing, environmental issues, Agriculture Mathematics, English, Animal Husbandry and Woodwork.

Today it is still thriving, being renamed ’Hampton Private School’ the children now have a uniform, additional classrooms have been built. 

The school is currently focusing on a  ‘Go Green‘  campaign; there is a competition across numerous schools encouraging the community to keep Senga Bay clean environmentally safe. Hampton Private School recently finished their outside plz area made predominately from recycled materials.

Hampton Safe Haven has grown in leaps and bounds and is now a registered Private Primary School Nursery to Std Five.

Mikute Pre- Primary

In 2004, Doubt, a Para Troopers wife, felt there was a need for a preschool in Mikute II village because there were many children, but a lack of schools . She approached the chief who made the suggestion that she use an old building built by the community that previously was used as a mosque. This building was not occupied at the time as they had a new mosque built. There was an overwhelming response from the community to open the preschool. So overwhelming that she took on an assistant, Rose. Sadly, Doubt lost her husband and culture demanded she leave Mikute II to return to her family. Due to community mourning, the school was closed for six months, when Rose decided to take on the challenge herself.

Then , Rose was the head teacher, worked with her own assistant, Zukani, and taut 50 children from the ages of 2 to 6. Cool Runnings Volunteers painted the walls colorfully and have assisted Rose in her teaching skills. In 2008, Yarrell’s Primary School of the UK, funded tables, chairs, shoes and teaching materials. Yarrell’s Primary School became involved because one of their families was inspired by Samantha and her projects during a visit to Cool Runnings. 

Sadly, the husband of Rose died last year so they closed.

Para Nursery

Samantha Ludick and Cool Project volunteers have helped Parachute Battalion with the building of their Nursery School as one of the things Cool Projects is all about, Education. Volunteers from various countries and organizations have built the boundary wall, play ground, seating area all out of recycled materials ( glass bottles for the boundary wall, plastic eco brick for the seating, etc) On completion of the two class rooms, two German Cool Project volunteers painted the inside. Cool Projects hopefully will be able to help support the new Nursery School as it opens this year ,2019.

Ndi Moyo 

Palliative Care

Cool Projects works with Ndi Moyo Palliative Care centre. Based in Salima town, it is the only clinic in Malawi that specialises in Palliative care for the terminally ill. 

Ndi Moyo also educates Malawian health professionals throughout the country in the form of training courses, soothes can use that knowledge to advance the effectiveness of palliative care services within their own clinics and hospitals.

Cool Projects also helps by supplying Ndi Moyo with blood donations, there is a huge lack of blood for patients who so desperately need it. Donations are collected from both volunteers and guests at Cool Runnings.

Ndi Moyo grows a variety of medicinal plants to treat their patients.

Ndi Moyo carry out home visits for those patients that can not get to the clinic, driving to homes all over the district so they can assess and medicate, making sure they are pain free and comfortable. When the patient passes on, Ndi Moyo makes sure that the family left behind are looked after. Every year they hold a memorial service for all the patients that have passed away.

Every other Tuesday Cool Projects volunteers visit Ndi Moyo for patient day care. This is a day of fun, the volunteers can take the time to get to know the patients, paint their nails, dance and play games with them. They also help to prepare a lunch for them all to enjoy.

Prayer room created by Cool Projects Volunteers.

Workcamps and other volunteer groups

Twice a year a volunteer group from „Quest Africa“ come to Cool Projects and build play grounds, walls, paint the school…etc. as well as Kolping Workcamps and World Challenge Expeditions.  

They all have the chance to feel the spirit of Malawi. 

Aus Zwei mach Drei

[Nicklas]

Zwischen Ende Januar und Anfang Februar mussten wir uns, wie alle Kolping-Freiwillige aus Südostafrika, auf den Weg nach Daressalam, der Hauptstadt Tansanias, machen. Dort fand unser Zwischenseminar statt, dass vor allem der Reflexion dienen, aber auch den Blick für die Zukunft, die nächsten 6 Monaten, öffnen und vorbereiten sollte. Unsere Hinfahrt nach Tansania stellten wir uns recht einfach vor: Am 26. Januar um 18 Uhr in den Bus einsteigen und am 27. Januar nachmittags/abends ankommen. Soweit so gut. Die Realität und insbesondere unsere Vorstellung über den Komfort verfehlte maßlos unsere Erwartungen.
Die größte Fehlentscheidung die wir trafen war wohl, dass wir uns entschlossen ganz hinten im Bus sitzen zu wollen. Jedes Schlagloch, und davon gibt es hier genug, durchfuhr der Busfahrer bedenkenlos und schleuderte den ein oder anderen von uns gar bis an die Decke des Busses. Ein anderes Mal sackte unsere ganze Bank ein paar Zentimeter in den Boden. Dass der Bus nicht ganz wasserdicht war, und das in der Regenzeit, brauche ich noch nicht einmal zu erwähnen. Dass sich dann der Busfahrer auch noch über uns aufgeregte und uns die Schuld für die Verspätung zuschob, weil wir alle 6 Stunden mal zur Toilette mussten (wohl gemerkt, der ganze Bus ging dann zur Toilette), tat unserer Stimmung dann natürlich noch zusätzlich einen Abbruch. Es war nun mal eine echte Erfahrung!


Wir haben aber glücklicherweise daraus gelernt und für unseren Rückweg eine Route mit Pausen und Übernachtungen geplant.
Das Zwischenseminar an sich tat, glaube ich, allen gut. Vor allem das Wiedersehen und der Austausch mit Freiwilligen aus Uganda und Tansania war ein schönes Erlebnis. Leider konnte ich diese Zeit nicht so sehr genießen, da ich zwischen Januar und Februar immer wieder unter Fieber litt und somit nicht ganz so viel Zeit mit den anderen verbringen konnte.

 

Version 2

Nach unserem Seminar wollten wir unsere Zeit in Tansania noch einmal richtig genießen und entschlossen uns auf der nahbelegenden Insel Sansibar im indischen Ozean ein paar Tage Urlaub zu verleben. Hier konnten wir ebenfalls weiter über unsere ersten 6 Monate nachdenken, die Zeit mit unseren Freunden verbringen und sogar, wie beispielsweise Mia, einen Kytsurfkurs belegt. Nach diesem Urlaub ging es dann für uns, über Stopps in Daressalam, Mbeya und Mzuzu, nach und nach zurück nach Hause.

Version 2

 

Diese für uns sehr wichtige Zeit, regte u.a. unsere Mitfreiwillige Wera dazu an, nachdem sie in ihrem Projekt nicht viel zu tun hatte, die Reißleinen zu ziehen und über Alternativen nachzudenken, wo sie das restliche halbe Jahr in einem Projekt mitarbeiten kann. Dazu befragte sie u.a. ihre Mentorin Sam, also unsere Projektleiterin. Diese konnte Wera innerhalb kürzester Zeit an Ivan Dos Santos vermitteln, ein 21-Jähriger junger Mann, der bereits Manager eines Hotels hier in Senga Bay ist und einen guten Draht zu Sam hat. Ivan plant nämlich in Zusammenarbeit mit der GIZ (Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit) ein Gartenprojekt zu starten, bei dem die Lodges und Hotels ihren Kompost abgegeben und dann im Gartenprojekt ihr Gemüse einkaufen können.
Da Wera jedoch in der Nähe von Salima wohnte und das ganze Pendeln nicht nur sehr anstrengend, sondern auch teuer geworden wäre, bot Sam ihr an, ein Zimmer direkt bei Tom’s Bar zu bekommen. Hierfür erweiterten wir unserer Haus, renovierten ihr Zimmer und unsere Küche. Fortan dürfen wir uns nun über unsere neu entstandene WG freuen. Wir sind glücklich, dass wir nun endlich Platz haben, um uns in der Küche frei zu bewegen und insbesondere, dass wir Wera als neue Mitbewohnerin bei uns haben.

Community Police

[Nicklas]

Nachdem mir immer wieder Fragen zur Community Police gestellt wurden, z.B. was das Ganze denn sei und wie es funktioniere, und auch weil Mia im vorangegangenen Blogeintrag bereits angekündigt hatte, dass ich hierzu etwas schreiben würde, möchte ich nun hierüber berichten.

Die Community Police lässt sich am ehesten als freiwillige Polizei, ähnlich wie unserer freiwilligen Feuerwehr in Deutschland, verstehen.
1999 wurde das Community-Police-Programm durch die malawischen Regierung landesweit ins Leben gerufen, da das Polizei-Einwohnerverhältnis hier im Land extrem niedrig ist. Auf einen Polizisten kommen in Salima zum Beispiel über 3000 Einwohner. Zum Vergleich: In Nordrhein-Westfalen war im Jahr 2016 ein Polizist für weniger 440 Einwohner zuständig. Um diese Lücken zu schließen wurde die sogenannte Community Police eingeführt. Freiwillige dieses Programms sind vereinfacht gesagt Anwohner die freiwillig als “Auge und Ohr“ der staatlichen Polizei fungieren. Da sie selbst Teil der Gemeinden sind, kennen sie die Menschen um sich herum, sind vertraut mit der Umgebung und als erste Anlaufstelle immer vor Ort. Eine enge Zusammenarbeit mit der Polizei ist ausdrücklich gewünscht. Von der Polizei durchgeführte Trainingseinheiten sollen dies noch einmal unterstützen.
Im Jahr 2008 wurde die Community Police schlussendlich in Senga Bay gebildet. Bei der ersten Versammlung im Ort suchte man nach einem engagierten Vorsitzenden, um die Idee besser umzusetzen als in anderen Orten. Hierbei fiel die Wahl auf Samantha unsere Projektleiterin, die -mehr oder weniger freiwillig – die Wahl annahm.
Sie musste als erstes den Einwohnern erklären, was „Freiwilligendienst“ bedeutet. Daraufhin schwand die Anzahl der Interessenten sehr schnell von knapp 100 auf 10 Personen. Mit diesen gründete sie dann die Community Police in Senga Bay.

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Neben praktischen Dingen, wie der Selbstverteidigung, gehört zu den Trainingseinheiten auch viel Theorie dazu.

Im Laufe der Zeit wuchs die Community Police immer weiter an, so dass mittlerweile in 12 Dörfern in Senga Bay mit über 200 Mitgliedern (Männer und Frauen) angeschlossen sind. Der Reiz, Teil der Community Police in Senga Bay zu sein, liegt wohl darin, dass es den Mitgliedern ermöglicht wird, regelmäßig Trainingseinheiten mit der Polizei aus Salima durchzuführen, Selbstverteidigungs- und Erste-Hilfekurse sowie eine Lifeguardausbildung (Rettungsschwimmer) absolvieren zu können. Mit diesen erworbenen Fähigkeiten und den hierüber ausgestellten Zertifikaten können die Freiwilligen u.a. Berufe im Bereich der Sicherheit ausüben. Vor allem aber scheint das Prestige, das man als Mitglied innerhalb der Gesellschaft genießt, den größte Anreiz für Einheimische zu bieten, ein Teil der Community Police zu werden.
Seit der Einführung in Senga Bay kam es zu einem starken Rückgang von häuslicher Gewalt und Diebstählen. Die Community Police ist aber vor Dingen auch an Feiertagen im Dauereinsatz, wenn die Massen aus Lilongwe den freien Tag am See verbringen. Sie sind dann unter anderem auch besonders gefordert, um Menschen vor dem Ertrinken im See zu bewahren.
Wie wertvoll dieser Einsatz der Freiwilligen ist, spiegelt sich auch darin wieder, dass Senga Bay vor einigen Jahren Vorzeige Ort für die Community Police in Malawi genutzt wurde.

Mein Aufgabenfeld ist in diesem Projekt größer als anfangs gedacht. So besteht meine Aufgabe zum einen darin in jedes Dorf zu fahren, um den Kontakt mit dem Chairman (Vertreter des Dorfes bei Meetings der Community Police) und/oder dem Chief (sozusagen dem Dorfbürgermeister) zu halten, um über Probleme, neue potentielle, aber auch inaktive Mitglieder zu reden.
Inaktive Mitglieder müssen ihre ID-Karte abgeben, damit sie sich nicht im Namen der Community Police (CP) absichtlich Fehltritte erlauben.
Neue Mitglieder müssen unser Registration Form unterzeichnen. Wir fertigen dann ein Foto von ihnen, so dass eine ID-Karte für sie ausgestellt werden kann. Alle Informationen werden dann in die CP Mappe und schlussendlich auf einen USB-Stick übertragen, um die Daten zu sichern.
Das klingt zwar erst einmal ganz einfach, aber so leicht laufen die Dinge selbstverständlich nicht: Vereinbarte Termine werden oft nicht eingehalten werden, inaktive Mitglieder ziehen in ein anderes Land, ohne sich abzumelden und die IDs zurückzugeben, oder sie ändern wieder ihre Meinung und wollen wieder ein vollwertiges Mitglied sein. Auch Machtkämpfe machen vor der Community Police keinen Halt. Aber das Eintragen und Aktualisieren von Mitgliedern ist ein Kraftakt, weil sich entweder die Schreibweise des Namens, die Geburtstage und erst recht die Handynummern ändern.
Zum anderen liegt meine Aufgabe darin vorhandene Sponsoren an Zahlungen zu erinnern, neue Sponsoren zu finden und neue Verträge abzuschließen. Das gespendete Geld fließt dann in die Uniformen (T-Shirt, Reflektorweste, Hose und Schuhe) und die Ausrüstung (Schlagstock, Taschenlampe, etc.).

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So sieht dann beispielsweise die Uniform für Mikute II aus. Auch wenn nicht alle das richtige Schuhwerk tragen.

Auch die Zusammenarbeit mit der Polizei erweist sich oftmals als Herausforderung, da nicht alle verantwortlichen Polizisten die Arbeit der Community Police wie vom Staat gewünscht, unterstützen. So kommt es, dass vorgesehene Trainingseinheiten nur widerwillig durchgeführt werden und Gegenleistungen wie z.B. die Versorgung mit Essen eingefordert wird, obwohl dies so nicht vorgesehen ist.
All diese Dinge erschweren im Alltag immer mal wieder die Arbeit in der Community Police. Gleichzeitig erkenne ich aber den unfassbar hohen Wert, den die CP in Senga Bay hat und ich bin überzeugt, dass die Einwohner zu Recht stolz sein dürfen so viele engagierte Freiwillige zu haben, die sich „Freund und Helfer“ nennen dürfen, insbesondere da Korruption in unserer Community Police, im Gegensatz zur staatlichen Polizei, keine Rolle spielt.
Ich freue mich an diesem sehr fordernden, aber auch lohnenden Programm mitwirken zu dürfen und hoffe, dass wir hieran weiter arbeiten und Fortschritte machen können.

P.S.: Zurzeit suche ich nach Spendern aus Deutschland, die bereit wären ihr altes Smartphone abzugeben.
Da es nicht ganz leicht ist wichtige Informationen und Termine an alle Chairmans weiter zu geben, da nur einige ein Tastenhandy oder sogar gar keins haben, kam die Idee auf Smartphones, für jedes Dorf bzw. jeden Chairman eins
zu organisieren.
Viele Funktionen muss das Handy nicht besitzen, aber es sollte WhatsAppfähig sein und idealerweise eine funktionierende Kamera haben. Vielen Dank schon einmal!

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Ein Handy konnten wir bereits an eine Community Police (Maganga) weiter geben.

Weihnachten und Silvester

Da Wera uns nun schon zuvor gekommen ist, über unsere Weihnachts- und Neujahrszeit zu berichten und wir nichts Neues hinzufügen können, rebloggen wir Ihren Text. Lest euch auch sonst gerne mal Ihren Blog durch!

Wera in Malawi

Eine Frage die mich länger quälte war, wo und mit wem ich Weihnachten verbringen sollte. Der Plan meiner Mitfreiwilligen war es, Heiligabend und Silvester gemeinsam am See zu verbringen. Da, bis auf Leo, niemand von ihnen in einer Gastfamilie lebt, sondern alle in „Freiwilligen-Wgs“ untergebracht sind, bot sich das natürlich an. Ich hingegen war zwiegespalten, weil ich einerseits meine Gastfamilie nicht an einem so großen Feiertag alleine lassen wollte, aber andererseits auch Angst davor hatte, traurig an Heiligabend zu Hause zu sitzen und die Anderen zu vermissen. Glücklicherweise wurde mir die Entscheidung von meiner Gastfamilie erleichtert. Als ich mich endlich traute ihnen meine Zwickmühle zu erklären, waren sie super lieb und sagten mir, ich solle ruhig mit der Freiwilligen-Gruppe fahren. Sie erklärten mir auch, dass sie aufgrund des Todes meines Gastvaters traditionell in diesem Jahr nicht groß feiern würden, um ihm zu gedenken. Auch meine älteren Gastgeschwister, die eigentlich geplant…

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