Wetter & Klima

In Deutschland könnte man meinen es sei das wichtigste Thema überhaupt. Ein wahrer Deutscher hält keine 3 Tage durch ohne einmal seine Wetter-App geöffnet oder in den Nachrichten auf das Wetter gewartet zu haben, mich eingeschlossen.

Aber mal im ernst; das Wetter bestimmt unseren Alltag wesentlich stärker als wir uns das oftmals bewusst machen und vor allem mit zunehmenden Alter scheint es einen größeren Einfluss auf uns zu nehmen.

Während in Deutschland ein unfassbar trockenes Jahr sich zum Ende neigt, können wir in Malawi, auch wenn es sich nicht so für uns anfühlt , über milde Temperaturen bedanken.

DSC_0350

Zurzeit befinden wir uns in der heißen Trockenzeit. Diese ist zwischen August und November. Während dieser Zeit fällt kein Regen, zumindest abgesehen vom sog. Mango Rain der oft unwetterartig ist und wie der Name verraten lässt für die Einheimischen ein Signal ist, dass die Mangos nun reif sind oder werden. Die Temperaturen liegen Nachts zwischen 20-30 Grad und Tagsüber zwischen 28-45 Grad. Glücklicherweise haben wir wie bereits Erwähnt ein mildes Jahr erwischt und hatten keine Nacht die wärmer als 28 grad und keinen Tag der wärmer als 37 Grad war.

DSC_0351
Einer aus der Jugendgruppe schenkte mir, nachdem ich ihn über das Wetter aus gefragt hatte, sein Primar School Book aus dem ich einige Bilder entnehme.

Es ist selten bewölkt in dieser Zeit und wenn welche da sind, freut man sich über etwas Abkühlung. Trotz dessen, dass wir in der heißesten Region des Landes leben (Malawi Central, am Malawi See), haben wir das Glück, dass wir in unmittelbarer Nähe zum See wohnen und noch etwas vom Südwind abbekommen, der über den Malawi See weht und ihn wie ein Ozean aussehen lässt. An dieser Stelle ein kleines Beileid an unsere Mitfreiwilligen aus Mackenzie, die diesen Wind nicht mehr abbekommen. Abkühlung findet man jedoch nicht immer im See; die Wassertemperatur schwankt zwischen 24-29 Grad Celsius.

Im Allgemeinen müssen wir aber trotzdem feststellen, dass dadurch, dass hier der Boden überwiegend sandig ist und das einzige Grün alle 10 meter ein Mangobaum ist, sich 30 Grad viel mehr wie 40 Grad anfühlen. 

DSC_0352
Senga Bay liegt übrigens westlich des Malawi Sees an der kleinsten Seeenge

Als nächstes erwartet uns die Regenzeit, auf die Mia und ich uns wahrlich freuen, genauso wie auf die vielen Wolken die kommen werden. Die Regenzeit beginnt Anfang Dezember und endet im April. Anders als man vermuten darf sinkt die Temperatur in dieser Zeit jedoch nicht so stark. Nachts erwarten auf uns 17-24 Grad und Tagsüber zwischen 25-34 Grad. In dieser Zeit fällt ungefähr 800 mm und lässt alles grünen. Vor allem hierauf freuen wir uns. Zwischen Mai und Juli ist dann die „kalte“ Trockenzeit. Diese Zeit zählt wohl auch unter den Malawiern zu ihrer Lieblingszeit, da es in dieser Zeit nicht zu heiß und alles grün ist. Trotz, aus deutscher Sicht, immer noch angenehmen Temperaturen in Senga Bay, zwischen 22-26 Grad am Tag und 14-18 Grad in der Nacht, laufen viele mit Winterjacke, Mütze und einige sogar mit Handschuhen rum. Was vielleicht verwundern mag, selbst unsere Vorfreiwillige berichteten, dass sie bei diesen Temperaturen richtig gefroren haben und auch wir müssen gestehen, dass wir bereits bei 20 Grad uns einen Pullover angezogen haben, weil wir im Bett so gefroren haben.

 

Wir haben uns natürlich mit unserem Klima-und Wetterbericht vor allem auf Senga Bay, Salima bezogen und müssen hinzufügen, dass das Klima in Malawi sehr unterschiedlich sein kann. Das ist beispielsweise an der Höhenlage geschuldet (in einem Großteil von Malawi lebt man auf einer Höhe von 1000m, teilweise sogar über 2000m und wir nur auf 300m über N.N.), zum anderen ist man beispielsweise im Norden dem Äquator näher, wodurch es mehr Regen und dadurch natürlich auch wesentlich grüner ist.

Auch dieser riesige Unterschied in der Flora, in einem verhältnismäßig kleinem afrikanischen Land, ist neben der einheimischen Mentalität, eine Erfahrung und eine Reise wert.

Advertisements

Random Facts & Ein Einblick in unsere Speisen

Endlich schaffen wir es einen neuen Beitrag zu posten!:)

Vor drei Wochen besuchte uns erneut die liebe Wera aus Salima. Ihr Gastvater, der seit längerer Zeit sehr krank im Bett lag, war gestorben. Die Familie reiste , so ist es in Malawi üblich , zum Geburtsort des Verstorbenen nach Blantyre. Deshalb und auch weil es sicherlich nicht leicht war für Wera mit dieser schwierigen und unbekannten Situation umzugehen, blieb sie für eine Woche bei uns. Im Laufe der letzten Zeit sind uns hier in Malawi viele kleine Verschiedenheiten und Besonderheiten, Random Facts, aufgefallen.
Wera berichtete zum Beispiel, es sei Tradition, dass die Witwe in der ersten Nacht der Trauer von Nachbarn und Verwandten besucht werde, um ihr in ihrer Trauer bei zu stehen. Für diese Nacht wurden in ihrer Gastfamilie alle Möbel umgestellt, so dass die Gäste auf dem Boden im Wohnzimmer schlafen können.
Eine andere Besonderheit, die wir im Bezug auf die Familie erfahren haben, erzählte uns vor kurzem Saidi, einem Mitarbeiter von Sam und Freund von uns.
Das Verständnis was ein/eine „Cousine, Cousin“ ist, ist in Malawi ein etwas anderes.
Alle Kinder der Schwester (Tante) deiner Mutter, sei es Junge oder Mädchen, werden auch als dein Bruder oder deine Schwester bezeichnet. Jedoch werden die Kinder des Bruders (Onkel) deiner Mutter oder die Neffen und Nichten deines Vaters, wie in Deutschland, als „Cousin“ und „Cousine“ bezeichnet.
Weniger mit der Familie, aber bestimmt ein ebenso wichtiges Thema ist natürlich das Essen. Besonders wenn man in einem Land so weit weg von Zuhause mit einer doch ganz anderen Kultur lebt.
Mir, Nicklas und auch den anderen Freiwilligen ist aufgefallen, wie unglaublich viel Salz und Zucker man hier so zu sich nimmt, bzw. wir!
Jedes Essen salzt man nochmal ordentlich nach und ich süße über die Maßen mit Honig meinen Salat, das Früstücksbrot, Müsli oder Kaffe.
Der kleine Snack zwischendurch besteht des öfteren aus zwei Keks-Packungen am Tag plus ein paar Alibaba Pipes (DER Lieblingssnack 😏)…Peanutbutter wird auch oft gelöffelt und wenn der Stromausfall länger anhält, hat man sogar einen Peanutdrink 😉


Die geliebten Ali Baba Pipes (Zu der Zeit des Fotos war Stromausfall, die Kerze im Hintergrund verrät es)

Im allgemeinen Essen die Einheimischen viel mit Öl und damit wird definitiv nicht gespart. Mindestens ebenso wichtig ist hier das Maismehl, das man zu 99% in seiner Mahlzeit findet, unabhängig davon ob man frühstückt, zu Mittag oder zu Abend isst. Bei 2 von 3 Mahlzeiten wird aus Maismehl meist Nsima gemacht. Nsima ist ein Gericht, dass von der Optik an Grießbrei erinnert, von der Konsistenz ein wenig härter ist als abgekühlter Grießbrei und neutral schmeckt . Dazu isst man meistens rote Bohnen (Wir lieben die Bohnen hier!!!!), Kapenta (kleine Fische), Tomaten, Chinese (eine Art Spinat) , Hühnchen oder Soya Pieces (sieht aus und schmeckt wie Geschnetzeltes) Fleisch wird nach unserer Beobachtung etwas seltener gegessen, als bei uns (etwa alle 3-4 Tage gibt es Fleisch), wird aber dann oft mit Soya Pieces ersetzt, die mindestens genauso viele Proteine enthalten.

Soya Pieces& Chinese (grün) mit Tomaten und Zwiebeln

Ich selbst habe hier noch nie Fleisch gegessen, aus irgendeinem Grund habe ich nie Appetit darauf 🙄 Nicklas hat am Anfang Hühnchen und Rind probiert, verzichtet jetzt aber auch auf Fleisch weil es ihm nicht sehr mundet. Fisch essen wir hingegen öfter. Meistens essen wir dann Chambo, ein etwas größerer Fisch.

Hier essen wir Chambo mit Pommes, Bohnen und Salat in unserem Lieblingsrestaurant, Lazy Day. Lazy Day ist ein neues Restaurant bei uns auf der Straße, komplett in den Farben der Rastafaris angestrichen, einem Rastafari Besitzer und Reggae Musik.

Die ersten zwei Monate habe ich oft Chilli sin Carne gemacht. Weil ich knuspriges (crunchy) Essen so gerne mag , haben wir meistens noch scharfe Doritos hineingebröselt.

Gemüse Pfannen aus Auberginen, Tomaten, Zwiebeln mit Nudeln oder Reis machen wir auch oft.

Da es im Moment so heiß ist, dass man keinen richtigen Hunger hat, habe ich mir in letzter Zeit oft einfach Mango-Bananen Salat mit Honig , Toast mit Tomate oder Bananen-Mango Milchshake gemacht 😏 Da wir mitten in der Mango Season sind, fallen uns die Mangos, wortwörtlich, vor der Haustür direkt vor die Füße. Ein Traum!

Zwischen Party, Reichtum und Armut

Auch wenn seit unserem letzten Beitrag nicht viel Zeit vergangen ist, ist wieder einmal viel passiert.

Zwischen dem 28.09. und 30.09. war das große „Lake of Stars Festival“, auf das wir mit unserem Projekt lange hin gearbeitet haben. Da wir relativ nah am Festival wohnen und zudem einen relativ großen Garten haben, boten wir allen uns bekannten weltwärts-Freiwilligen an, bei uns zu campen/übernachten. So kam es, dass die ersten bereits am Donnerstag ankamen (Wera, Lukas & Lucas). Dass die Drei früher zu uns stießen als alle anderen erwies sich für uns als großes Glück, denn der Donnerstag war extrem hart. Um 5.45 Uhr sollten wir startbereit sein, um alle Vorbereitungen in Kabumba, dem Ort des Festivals, abzuschließen, und um ein kleines Theaterstück aufzuführen, dass auf das Müllproblem aufmerksam machen sollte. Schlussendlich kam Saidi, ein Mitarbeiter von Sam, etwa gegen 6 Uhr bei uns vorbei, was für malawische Verhältnisse äußerst pünktlich ist. Diese Pünktlichkeit schien jedoch nur Saidi an diesem Tag zu haben. Obwohl wir die anderen Jugendlichen gegen halb 7 abholen wollten, dauerte es bis 9 oder 10 Uhr bis wir alle Jugendliche eingesammelt hatten und in Kabumba ankamen. Dort bauten wir den Stand zunächst auf, warteten darauf, dass wir mit dem Theaterstück auf die Bühne gehen konnten und genossen den schönen Strand. Nachdem wir mittags gegen 14/15 Uhr fertig waren mit unserem Auftritt, merkte man erneut wie unorganisiert das Festival war. Erst nach stundenlangem Hin und Her stand fest, dass die Jugendlichen ein Bändchen bekamen, um den Stand zu betreuen, obwohl das bereits vor einem Monat abgeklärt worden war. Das hatte zur Folge, dass Mia und ich erst gegen 22 Uhr nach Hause kamen. Wera, Lukas und Lucas waren in der Zeit so nett, uns beim Aufräumen zu helfen und uns etwas zu Essen zu machen. Ein großes Dankeschön dafür noch einmal!

Über das gesamte Festival hinweg kamen dann immer mehr Freiwillige, so dass schlussendlich über 20 Jugendliche und junge Erwachsene bei uns im Garten zelteten. Im Großen und Ganzen war das Zusammensein und Austauschen sehr schön und sogar besser als das „Lake of Stars“ an sich. Man konnte zwar am Tag 3-4 wirklich gute Interpreten hören und sehen, jedoch in der großen Breite waren, zumindest Mia und ich, ein wenig enttäuscht. Das könnte aber unter anderem auch daran liegen, dass nach jedem(!) Auftritt 30 Minuten Pause war, also niemand auf der Bühne stand. Die Band, die uns am besten gefallen hat, kam übrigens aus Deutschland: Makatumbe (und nicht zu vergessen Major Lazer). Natürlich haben wir in dieser Zeit sehr viele und vor allem sehr unterschiedliche Charaktere kennengelernt, die das Festival besucht haben. Das Essen war sehr lecker und abwechslungsreich, nur die Preise waren europäisch und das spiegelte sich dann auch an den Teilnehmern wieder: nur sehr wenige Malawis, dafür viele Südafrikaner, Nigerianer und Europäer.

lake-of-stars-blog

Nachdem uns am Sonntag bereits die Freiwilligen von den anderen Organisationen verlassen hatten, verließen uns am Montag dann auch unsere Kolping-Freunde Richtung Lilongwe. Ursprünglich hatten wir geplant mit ihnen zu gehen, als wir jedoch am Sonntagabend die Nachricht bekamen, dass wir am Dienstag zur Cool Runnings Lodge zu einem Meeting kommen sollen, hatte sich diese Planung erübrigt. Besonders traurig sind darüber aber im Nachhinein nicht: Zum einen gab uns das ein wenig Zeit um nach dem Festival durchzuatmen, zum anderen war wohl der National Park in Lilongwe, den die anderen in der Zeit besuchten, wohl nicht so  sehenswert wie erwartet.

93d1cf58-6d8d-4b83-aa6e-8de69da6f225
Voller Vorfreude warteten wir auf unsere Pizza

Nach dem Meeting am Dienstag packten Mia und ich dann also schnell unsere Sachen und fuhren mit einem der Minibusse Richtung Lilongwe. Nach etwa über 2 1/2 h Fahrt kamen wir völlig ermüdet an. Dort warteten wir vor einem Supermarkt auf die anderen, die sich im Supermarkt so spektakuläre Dinge gönnten wie Käse, Schokolade, Avocado und vieles mehr, die man entweder nirgendwo anders besorgen kann oder saisonabhängig sind. Unser persönliches Highlight an diesem Tag war aber auf jeden Fall das Pizzaessen! Aber mit leckerem Essen wurden wir dann so richtig am Mittwoch verwöhnt, am Tag der Deutschen Einheit.

 

Gegen 17 Uhr machten wir uns auf den Weg in Richtung Deutsche Botschaft. Nach einer etwa 40 minütigen Fahrt in Tuk Tuks standen wir dann vor einer riesigen Residenz, gesäumt von einer großen Mauer und Stacheldraht. Schon allein die Gegend, in der wir uns befanden, wirkte ganz anders als das restliche Lilongwe. So sauber und ordentlich wie es hier war, erinnerte es uns sehr an Beverly Hills, nur eben im Backsteindesign. 

Als wir gegen 18 Uhr von den Sicherheitsbeamten eingelassen wurden, erwartete uns der Botschafter in seinem Haus mit seiner Frau und seinem Vertreter und schüttelte uns die Hand. Ein wunderschöner großer und vor allem grüner Garten mit Tennisplatz und einigen Ständen für das Buffet konnten wir hier bestaunen. Es gab essenstechnisch alles, was das deutsche Herz begehrte, ob Frikadellen, Kartoffelsalat, Rotkohl, Sauerkraut, Schnitzel, Zwiebelkuchen oder Laugengebäck. Sowohl von der großen Anzahl an Personen, als auch von der Prominenz waren wir sehr überrascht. Man konnte sich mit Entwicklungshelfern  unterhalten, mit den Botschaftern aus beispielsweise den USA oder China einen Sekt trinken oder auch einen König sowie Malawis Justizminister kennenlernen.fde0e626-67a4-499d-8685-416d84160631

19670640-0bab-4387-af8a-5d0797e6f4df
Große Prominenz durfte man kennenlernen. Links der Justizminister, neben ihm 2 Könige

Begleitet wurde der Abend, nach der Eingangsrede vom Botschafter und  den Nationalhymnen von Deutschland und Malawi, von der Bigband des malawischen Militärs, einem Auftritt der Marimbaband einer Schule und einem DJ. 

Wir Freiwillige genossen den Abend sehr und doch hatte die ganze Feier irgendwie auch einen faden Beigeschmack. Wie ist eine solche Feier in einem armen Land wie Malawi mit dem eigenen Gewissen zu vereinbaren? Wie ist es möglich sich den Magen so voll zu schlagen, dass man Bauchschmerzen kriegt, wenn man nur einen Kilometer weit gehen muss, um Menschen zu begegnen, die jeden Tag ums Überleben kämpfen?

Dieser Gedanke schwirrte uns besonders am folgenden Tag noch im Kopf herum, als wir in Lilongwe unter einer Brücke hunderte Menschen sahen, die sich in einem kleinen, nach Urin stinkenden Fluss wuschen, umgeben von Müll.

8ccb9b85-a2e2-4545-89c5-b669a4addf62
Auch wenn es hier gerade sehr ländlich aussieht: Mitten in der Innenstadt von Lilongwe waschen sich hunderte Menschen im Fluss

So schön für uns auch der 03. Oktober war, so unlogisch erscheint es uns, dass ein Botschafter in einem so armen Land wie Malawi, ein ganz anderes Leben führt als mehr als 90% der Gesellschaft. Ist das der richtige Weg, die Interessen seines Landes gegenüber dem Gastland zu vertreten und enge Beziehungen zu Regierung, zu Opposition und den gesellschaftliche Organisation im Gastland zu pflegen?

Warm heart of Africa – Kleiner Einblick in die Mentalität

Es ist unglaublich wie herzlich und liebevoll die Leute hier sind. Die Beschreibung „Warm Heart of Africa“ (Malawi) stimmt einfach zu 100 Prozent! 

DSC_0510.jpg
„Warm“ wie das Wetter, seit unserer Ankunft immer über 30 Grad und kein Regen

Wir werden zwar oft auf dem Weg in die Stadt auf unseren Fahrrädern von einer Horde lachender Kindern mit den Worten  „Given me my money!“  (ja „given“) und „Azungu, Azungu!“ (Weiße Menschen) verfolgt. Doch als mir am Anfang  gefühlt alle 5 Meter die Kette rausgeflogen ist, waren wir jedes mal direkt von Kindern umgeben, die mit angespannten Gesichtern diskutierten und an meinem Fahrrad rumhantierten, bis es wieder heile war.

Mittlerweile rufen sie nicht mehr „Given me my money!“ oder „Azungu!“ Jetzt winken uns eifrig zu, rufen unsere Namen und „Bo bo!“ ( Hallo ). Auch in unserem „Swop Shop“ (Plastik gegen Süßigkeiten, Schulsachen und Klamotten) kennen die meisten unsere Namen, was echt süß ist.

Es gibt bloß eine Straße in die „Stadt“, die eher einem täglichen Wochenmarkt mit kleinen engen Gassen ähnelt. An jeder zweiten Ecke ertönt laute afrikanische Musik aus dicken Boxen, die manchmal eher besser aussehen als sie sind…;) Daran habe ich mich aber schnell gewöhnt und finde es eigentlich auch ganz cool:)

In der Stadt werden wir von gleichaltrigen meist mit „ Hey Sis / Sissi!“ oder „ Hey Bro / Brother!“ angesprochen. Alle grüßen dich mit Bo! „ Muli bwanji!“ (Wie gehts?), einem Daumen nach oben oder Chaka (Surfer Handpose). Es gibt kaum Leute die einfach an dir vorbei laufen. Auch als wir am ersten Tag unserer Ankunft am Strand lang spaziert sind, wurden wir sofort gegrüßt und uns wurde das Fischer Dorf unmittelbar hinter den Fischerbooten am Ufer gezeigt und erklärt.

Manchmal nehmen wir auch sogenannte „Dumper“ Fahrrad Taxis, die du herbei winkst oder herbei rufst, oder Motorrad Taxen. Die Motorräder Taxen sind teilweise mega cool mit Lichtern und  so ausgestattet, die sind dann aber auch teurer als die anderen.

Letzte Woche waren wir einkaufen und hatten zwei volle Tüten und ein Pack Klopapier gekauft. Wir haben ein Motorrad herbei gewunken, sind aufgestiegen und haben das Klopapier am Straßenrand stehen gelassen…:/  Drei Tage später waren wir wieder in der Stadt und sind an dem Laden vorbei gelaufen, in dem wir dies drei Tage zuvor gekauft hatten aber dann ja stehen gelassen hatten. Die Ladenbesitzerin rief die ganze Zeit „Sis, Sister!!“ Ich habe es nicht geschnallt, bis ich mich doch mal umgedreht habe und was hielt sie in den Händen? Unser Klopapier ;). Drei Tage haben sie das für uns aufbewahrt und irgendjemand muss es vom Straßenrand zurück in den Laden gebracht haben, das ist so lieb!  Sowas von warm heart of Africa 😉

Taxen wie in Deutschland, die man direkt erkennt, gibt es hier nicht. Entweder wartest du bis irgendein Auto neben dir hält und dich fragt wo du hin möchtest oder winkst bei jedem Auto welches dir entgegen kommt , in der Hoffnung ein Taxi zu erwischen. Die meisten wissen, dass wir nach Senga Bay wollen, wenn wir in der Stadt sind. Um so schneller sind wir dann von Taxi Fahrern umgeben die hektisch „Madame, Sir! Senga Bay?“ rufen und hoffen, dass wir in ihr Auto einsteigen. Liebevoll wird man dann meistens zu den anderen 7 Leuten gequetscht die bereits im Auto sitzen. Die Fahrten sind echt oft ein Highlight. Besonders in den Taxi Bussen in denen normal ca. 8 Leute Platz hätten, sitzt man meist zu 20, zwei hängen dann manchmal außen an der Tür oder klammern sich am Kofferraum fest wenn innen eben kein Platz mehr ist 🙂 Eine oder mehrere Erfahrungen sind diese Fahrten auf jeden Fall wert!

„It is what it is“ ! (Lieblingsspruch unserer Mentorin und Projektleiterin Sam)

Ich war bisher zweimal alleine ohne Nicklas unterwegs und habe schon einen Unterschied gemerkt. Man wird öfter von Männern/ Jungen angesprochen und auch angeschaut, „Baby Girl!“ wurde mir ein paar mal zugerufen und ich wurde gefragt ob ich Kinder hätte oder einen Mann. 

Die Frage an sich war mir nicht unangenehm, eher war es mir unangenehm alles zu verneinen und die Blicke die mir danach von den Frauen neben mir im Taxi zugeworfen wurden, da ich hier mit 18 in der Regel schon echt spät dran bin…  Zur Familien Planung, dem durchschnittlichen Heiratsalter wollen wir aber einen separaten Blog Eintrag schreiben.

Ehrlich gesagt fühle ich mich, Nicklas auch, in Malawi um Welten sicherer als in Deutschland! Ich war hier in diesem ersten Monat noch nie in einer Situation, in der ich hätte Angst haben können oder das mir ein unwohles Bauchgefühl hätte geben können. 

Obwohl, ein unwohles Bauchgefühl ließ uns doch jemand haben… Nicklas sollte hier im Dorf zu einem weißen Ehepaar fahren, die in einem dicken umzäunten Haus mit Pool inmitten der kleinen Häuschen der Einheimischen wohnen, nicht gelang IT… Die beiden luden ihn und mich ein, mal in ihrem Pool zu schwimmen, weil es ja eh „schöner sei unter Weißen zu sein“… Diese Situation schilderten wir dann einem Jugendlichen aus unserer Jugendgruppe (Rumbani, 20), um zu herauszufinde, ob er dieses Ehepaar kennt.  Doch anhand seiner Reaktion wurde uns die Mentalität der Malawi noch einmal vor Augen geführt. Anstatt Anmerkungen zu den rassistischen Zügen zu machen, sagte er bloß, dass es doch total cool sei für uns, da mal schwimmen zu gehen und dass, das ja total lieb von dem Ehepaar wäre. Es stimmt, dass die Malawi nie ein böses Wort verlieren und alles was schlecht ist trotzdem irgendwie positiv und gut sehen. In mancher Hinsicht gut und oft aber auch schlecht….

In einem Tag ist das Lake of Stars Festival mit ca. 4000 Gästen Afrikanischen Musikern und als Headline: Major Lazor!! 

Dennoch sind erst 4 von sieben Bars sind fertig gebaut, der Pool wird als Skate Location genutzt da sie dort eingesehen haben, dass er nicht fertig wird, 1/5 der Toiletten sind fertig, die Hauptküche sieht aus wie eine Ruine und auf dem Sandparkplatz werden alle Autos stecken bleiben. Keiner redet so wirklich darüber und keiner übernimmt richtig die Verantwortung für das Festival und die unfertigen Bauten… So haben wir zu mindest das Gefühl aus Meetings und Erzählungen unserer Mentorin. Leider blöd, aber „it is what it is“, verschieben können sie es ja leider nicht.

Lake of Stars organisieren und gestalten wir ein wenig mit. Wir haben mit der Jugendgruppe ein Theaterstück eingeübt, welches das große Problem der Müllverbrennung und Entsorgung anspricht. Hier gibt es keine Müllabfuhr, es ist normal den Müll einfach überall hin zuwerfen und zu verbrennen. Besonders Nachts riecht es strak nach verbranntem Plastik, aus irgendeinem Grund mag ich den Geruch, was ziemlich eklig ist aber egal;)…..

Am Ende des Stücks kommen die Schauspieler zum Entschluss, dass es ja viel effektiver, umweltschonender, gesünder und gewinnbringender sei den Müll zu sammeln und zum „Swop Shop“ zu bringen. „Don´t burn it, don’t drop it but swop it & get something fantastic for your plastic!“ Das Stück ist also eine kleine Werbung für den Swop Shop, und viele werden beim Lake of Stars zuschauen. Wir hoffen, dass es ein voller Erfolg wird.

Außerdem werden die Jugendlichen einen eigenen Stand haben (recyceltes Zelt aus Flaschen und Säcken), bei dem sie vorstellen, was man alles aus Müll herstellen kann. Zum Beispiel das Glas cutting, bei dem man aus alten Glas Flaschen,  Weingläser, Gläser und Kerzengläser herstellt und dekorieren kann oder Stühle aus Plastik Flaschen.

IMG_0604
Unsere Jugendgruppe

 

Ich könnte noch so viel mehr erzählen…achso, falls ihr Fragen habt oder sonstiges könnt ihr uns gerne hier auf dem Blog fragen und schreiben 🙂

Unsere Arbeit

Fragen, die wir bereits des Öfteren gehört haben sind: „Was macht ihr eigentlich in Malawi?“ und „Was sind denn eigentlich diese Cool Projects?“.

Naja, um genau zu sein, haben wir noch nicht alle Cool Projects kennengelernt. Aber, über das was wir bereits kennengelernt haben, gibt es so viel berichten, dass wir uns entschlossen haben,  jetzt schon mal zu beginnen und in den folgenden Blogeinträgen die Informationen über unsere Aufgaben zu ergänzen.

Zum einen sind Mia und ich so eine Art Betreuer für eine Gruppe, die wir „Youth“ nennen. Unter anderem haben wir mit dieser Gruppe am 1. September eine große Müllaufräumaktion begleitet, bei der wir in Senga Bay und Umgebung allen möglichen Müll – und davon gibt es hier mehr als genug – eingesammelt haben. Am Ende des Tages hatten wir etwa 40 Säcke (!) eingesammelt, die ein Gesamtgewicht von etwa 450 kg hatten. Belohnt wurde dieser Fleiß mit einer Einladung in eine nahe gelegene  Lodge. Hier bekamen wir von Sam alle Getränke ausgegeben und konnten den wunderschönen Blick auf den Malawi-See genießen.

IMG_0310
Eine kleine Impression auf den gesammelten Müll
501fa975-1ca8-44c0-8571-4a250978b07f
Abtransport nach Lilongwe zum Recycling

In den darauf folgenden Wochen haben wir dann erst einmal den Müll sortiert und anschließend mit dem Recycling begonnen. Aus den Glasflaschen stellen wir mit Hilfe eines selbst gebauten Glasschneiders Trinkgläsern her. Aus dem kaputtem Glas und Flaschendeckeln bauen wir Mosaike und aus den Plastikflaschen machen wir „eco-bricks“. Diese werden, soweit ich das gesehen habe, mit Papier und Zement gefüllt und können dann ausgehärtet als Ziegelsteine verwendet werden. Das restliche Plastik wird zunächst gelagert und nach einiger Zeit von einem LKW abgeholt und in Lilongwe recycelt. 

Neben den verschiedenen Tätigkeiten, die wir gemeinsam mit den Jugendlichen erledigen, geht es auch viel um Wertevermittlung, also wie z.B.,  erst Kinder zu bekommen, wenn man eine finanzielle Absicherung hat oder die Wichtigkeit von Fleiß, Ehrgeiz und Pünktlichkeit.

 

In 2 Wochen findet das sogenannte „Lake of Stars Festival“ statt, auf dem wir am ersten Tag, dem Community Day, mit der Jugendgruppe vertreten sein werden, um dort unsere Arbeit zu präsentieren, wollen wir mittels eines kleinen Theaterstücks auf die schlimme Müllsituation mit Malawi aufmerksam machen. Hierdurch bedingt, hatten wir in unsrem ersten Monat in Malawi relativ wenig Freizeit, im Gegensatz zu dem ein oder anderen Freiwilligen in Malawi, die sich zurzeit nach einer Beschäftigung umgucken müssen.

Eine andere Hauptaufgabe von uns ist der „Swop Shop“.

Hier können alle Menschen aus der Umgebung Müll einsammeln und zum Shop bringen. Dort leeren wir die Müllbehälter, schauen nach, ob Sand, Steine o.ä. mit eingemischt wurden und füllen ihn in unsere Säcke um. Anschließend wir der Müll gewogen und je nach Gewicht bekommen die Müllsammler die entsprechende Anzahl an Punkten (1 kg = 1 Punkt, 0.5 kg = = 0.5 Punkte) gutgeschrieben. Diese Punkte können dann im „Swop Shop“ eingelöst werden gegen Süßigkeiten, Bekleidung und/oder Schreibwaren. Besonders populär bei den meisten Kunden (in der Regel Kinder im Alter von 6-15 Jahren) sind hierbei „Glucos“ (Butterkekse), Trikots von Fußballteams oder Fußbälle. Vor allem, weil man für letzteres viele Punkte sammeln muss, nutzen viele Kinder die Möglichkeit ihre Punkte in die „Swop Shop Bank“ einzuzahlen, um sich dann beim nächsten oder übernächsten Mal einen Ball leisten zu können. 

Letzten Samstag (15.09.2018) starteten wir unseren ersten Versuch mit dem mobile Swop Shop in Kacherenje. Mit vollem Erfolg! 

Innerhalb von 2 Stunden brachten uns Kinder allein über 600 kg „plastic paper“. Wieviel Kilogramm Glas, Aluminium, Plastikflaschen und Plastikverpackungen wir noch eingesammelt haben, konnten wir noch nicht ermitteln. Die Nachfrage war so groß, dass es uns nicht gelang, alle Säcke, die die Kinder zu uns brachten, zu sortieren und zu wiegen. 

IMG_0302
Kaum zu stoppende Nachfrage (Aufnahme nach 2 Stunden Arbeit)

Ansonsten fielen nur noch kleinere Jobs an, wie das Lösen von kleinen IT Problemen von Freunden und Partnern von Sam. Außerdem durften wir sie bei Meetings, wie dem Waste Management Meetings, vertreten, bei dem verschiedene Lodge-Bosse aus der Umgebung versuchen, bessere Lösungen für das Müllproblem zu finden.

Leider konnten wir noch an keinem Community Police Meeting teilnehmen, was vor allem daran lag, dass wir zurzeit noch sehr auf die Vorbereitung auf das Lake of Stars Festival konzentriert sind. Aber voraussichtlich werden wir im Oktober, wenn wieder etwas mehr Ruhe und Zeit zur Verfügung stehen, dürfen wir noch weitere Cool Projekts kennenlernen. 

Wir halten euch auf dem Laufenden!

Die ersten Tage und die Island of Evil

DSC_0368
Cool Runnings, der einzig wirklich grüne Fleck in Senga Bay

Nun sind schon einige Tage vergangen seit unserer Ankunft und wir haben endlich die Ruhe und die Zeit gefunden, um an unserem Blog weiter zu schreiben.

Es ist noch alles sehr aufregend und neu!

Innerhalb so kurzer Zeit haben wir schon so viele Eindrücke von der Mentalität, den gesellschaftlichen Strukturen und dem Way of Life von Malawi gesammelt, dass wir glauben schon viel länger hier zu sein, gleichzeitig können wir es aber auch nicht fassen, dass bereits 2 Wochen vorüber sind.

Aber starten wir von vorne:

Insgesamt waren wir etwas mehr als 30 Stunden unterwegs. Der 7 Stündige Aufenthalt wegen „organisational problems“ in Nairobi hat alles etwas in die Länge gezogen.  Völlig erschöpft und in einem dauerhaften Halbschlafmodus versetzt, warteten wir am Flughafen von Lilongwe, der uns von seiner Größe eher an eine U-Bahnhaltestelle der Bonner Innenstadt erinnerte, auf unsere Projektleitern Samantha (Sam). Spätestens als sie dann mit ihrem weißen Pick-up vor der Eingangstür des Flughafens parkte, damit wir unsere Sachen aufladen konnten, wurde uns klar, dass hier einige Dinge ganz anders ablaufen werden.

 

IMG_0023
Einziger Raum im Lilongwe Airport

Die erste Nacht durften wir noch in der „Cool Runnings Lodge“ verbringen und ein vorzügliches Abendessen im Restaurant der Lodge genießen. Die ersten Tage gab Sam uns dann erstmal frei, um die Gegend zu erkunden und uns mitallem vertraut zu machen. Wir sollten uns nicht „bei ihr blicken lassen“ 

Nach einem sehr leckeren Frühstück aus French Toast, Honig, Banane und Kaffee, erkundeten wir die Gegend. Am See, unmittelbar vor unserer Haustür, lernten wir schnell zwei Fischer aka Alleskönner kennen. Sie führten uns durch das Fischedorf mit riesigen Plantagen aus Planen gefüllt mitkleinen Fischen ( Kapenta).

Anschließend ging es für uns schnell in die nächstgrößere Stadt, Salima, in der wir versuchten uns mit dem Wichtigsten auszurüsten, also: Geld, einer neuen SIM-Karte und Essen, um danachendlich in eigenes Haus einziehen zu können.

 

DSC_0413
Unser Haus

Unser 3. Tag in Malawi wurde dann zu unseren „aufregendsten“ Tag.

Sam bot uns an, kostenlos alle Angebote der „Cool Runnings Lodge“ zu nutzenn. Unter anderem eine Kajaktour. Und dafür war kein Ziel besser geeignet als Lizard Island. Die etwa 1-2 km von der Küste entfernt liegende, paradiesisch aussehende Insel aus kreideweißen Steinen, grünen knorrige Bäumen und kleinen rauchenden Aschehäufchen, die durch die kleinen Brände auf der Insel entstehen, ist bloß von lauter Echsen bewohnt.

 

70b52f65-8cd9-48e5-9ef0-91bab0776d71
Blick von der Cool Runnings Lodge auf Lizard Island

Wir entschieden uns, dass nur einer sein Handy mitnimmt. Auch wenn der Malawi See nur ein See ist, herrschte an jenem Tag starker Wind und daurch waren auch starke Wellen entstanden. Als wir nun in der Nähe der Inselankamen, entschieden wir uns für eine falsche Bucht und wurden mit voller Wucht an die Klippen gespült. Wurkonnten von Glück sagen, dass wir unsere Schwimmwesten an hatten und sich niemand von uns schlimmer verletzt hat.

Zunächst dachten wir allerdings, wir hätten den Rucksack mit allen wichtigen Dingen verloren. Nach einer gefühlten Ewigkeit haben wir es dann allerdings doch irgendwie an Land geschafft, ohne immer wieder von den Wellen ins Wasser gezogen zu werden.  Nach dem ersten Schock fanden wir den Rucksack in einem kleinen Spalt zwischen den Felsen wieder. Mein für Afrika niegelnagel neu gekauftes Handy erlitt leider einen Wasserschaden. Ein kleines down für mich, ein großes Glück für Nicklas…

Kurz sprangen wir ins Wasser, doch weil sich der Wind innerhalb kürzester Zeit ändern kann, beschlossen, wir uns schnell wieder auf den Heimweg zu machen. Unser Problem: das Kajak war zwischenzeitlich voll Wasser gelaufen und gefühlte 5 Tonnen schwer.

Nach einigen sehr kraftraubenden Minuten und einer etwa 30 m langen Bootstour kenterten wir erneut und schwammen samt Boot zu einer ruhigeren Bucht. Für einen erneuten Versuch fehlte uns physisch wie psychisch die Kraft und so starteten Hilfesignale. Ich konnte nach einiger Zeit von einem Ein-Mann-Fischerboot mitgenommen werden. Dann wollte ich Hilfe holen, um Nicklas ebenfalls an Land zu holen. Allein gelassen und ohne  weitere Beschäftigung, packte Nicklas der Ehrgeiz und es gelang ihm doch noch, ich weiß nicht wie, die Strecke bis zur Küste zurück zu paddeln.

Völlig erschöpft und übermüdet ging es für uns an diesem Tag nur noch unter die Dusche und dann ins Bett.

Nur noch 2 Tage

Alle Vorbereitungen liegen hinter uns und wir blicken gespannt auf unser Auslandsjahr in Malawi. Dass unser Flug bereits Übermorgen geht, fällt uns schwer zu glauben. Solange haben wir auf diesen Tag hingearbeitet und gewartet und die Zeit verging doch viel schneller als wir dachten; Ist es wirklich schon 5 Monate her, dass wir unseren letzten Schultag hatten? Schon 2 Monate, dass wir unser Abitur-Zeugnis in die Hände bekommen haben?

Und doch ist es bald so weit! Die letzen Tage geht es für uns nur noch ums Tasche packen und darum möglichst viel Zeit zu verbringen mit unseren liebsten Menschen. Die Vorfreude ist progressiv immer weiter gestiegen und wir bleiben gespannt, was uns erwartet. Wie schnell werden wir uns einleben und in welches Fettnäpfchen treten wir zuerst?

Am 27.08. 2018 wird es um 18.15 Uhr vom Düsseldorfer Flughafen für uns los gehen und wir werden, nach Umwegen über Amsterdam, Nairobi und Nampula, vorraussichtlich am 28.08. um 14.35 Uhr in Lilongwe (Hauptstadt von Malawi) ankommen.

In Malawi selbst werden wir, wie der Name „Cool Projects“ bereits verrät mehrere Projekte unterstützen. Teils stehen diese bereits fest wie das unterstützen der Clean and Green School Competition oder der Community Police. Die Arbeiten können für uns sehr unterschiedlich ausfallen und wir haben auch selbst die Möglichkeit, Ideen mit einzubringen. Dabei steht der Fokus im allgemeinen jedoch auf der Nachhaltigkeit.

Mia und ich versuchen diesen Blog in regelmäßigen Abständen zu aktualisieren, können aber selbstverständlich nicht dafür garantieren, dass uns dies gelingt. Daher bitten wir jetzt schon einmal um Nachsicht.

Da wir zwar ein ganzes Jahr in Malawi verbringen werden und viel von der dortigen Kultur erfahren, werden unsere Blogeinträge jedoch nie komplett wertfrei oder losgelöst von subjektive Empfindungen sein. Dies bitten wir im Hinterkopf zu behalten und zu bedenken, dass dies unsere Erfahrungen sind und wir womöglich gewisse Beobachtungen missinterpretierten.

Der nächste Blogeintrag folgt voraussichtlich erst im nächsten Monat, da wir sicher zu nächst etwas Zeit brauchen werden, uns zu orientieren. Wenn Fragen aufkommen oder Sie/Ihr Anregungen habt, schreibt uns gerne eine Email. Wir versuchen hierauf so schnell wie möglich zu reagieren.

Wir möchten uns an dieser Stelle noch einmal ganz ausdrücklich für alle Unterstützung bedanken. Wer das Kolpingwerk bzw. uns weiter unterstützen möchte hat nach wie vor die Möglichkeit dies in Form von Spenden zu tun.

Wir freuen uns auf das Jahr mit Euch/Ihnen!